Ja, mit moderner Bürotechnik lassen sich Energiekosten im Büro spürbar senken. Aktuelle Geräte verbrauchen im Vergleich zu älteren Modellen deutlich weniger Strom, sowohl im Betrieb als auch im Standby-Modus. Die folgenden Fragen zeigen Ihnen, wo das größte Einsparpotenzial liegt und wann sich eine Investition in neue Technik wirklich rechnet.
Welche Bürogeräte verbrauchen am meisten Strom?
Die größten Stromverbraucher im Büro sind Drucker und Kopierer, Bildschirme, Desktop-Computer sowie Klimaanlagen und Beleuchtung. Besonders ältere Laserdrucker und Großformatdrucker fallen ins Gewicht, da sie auch im Standby-Betrieb kontinuierlich Energie ziehen. Wer seinen Verbrauch senken möchte, sollte genau bei diesen Geräten ansetzen.
Drucker und Multifunktionsgeräte älterer Bauart können im Dauerbetrieb mehrere hundert Watt verbrauchen. Hinzu kommt der sogenannte Leerlaufverbrauch: Viele Geräte bleiben auch nachts oder am Wochenende eingeschaltet, ohne genutzt zu werden. Über ein ganzes Jahr summiert sich das zu erheblichen Stromkosten. Bildschirme sind ein weiterer Faktor, denn ältere TFT- oder CRT-Monitore verbrauchen ein Vielfaches moderner LED-Displays. Auch Desktop-PCs liegen im Verbrauch deutlich über Laptops oder Thin-Client-Lösungen.
Wie viel Strom lässt sich durch moderne Bürotechnik einsparen?
Durch den Wechsel auf aktuelle, energieeffiziente Bürotechnik lassen sich je nach Gerätetyp und Nutzungsintensität zwischen 30 und 60 Prozent des bisherigen Stromverbrauchs einsparen. Bei Druckern und Monitoren ist das Potenzial besonders hoch, da hier die technologischen Fortschritte der letzten Jahre am deutlichsten ausfallen.
Ein moderner LED-Monitor verbraucht im Betrieb oft weniger als 25 Watt, während ältere Modelle auf 60 bis 80 Watt kommen können. Aktuelle Multifunktionsdrucker wechseln innerhalb von Sekunden in einen tiefen Energiesparmodus und benötigen dort teils weniger als 1 Watt. Für ein mittelgroßes Büro mit zehn Arbeitsplätzen kann der jährliche Unterschied schnell mehrere hundert Euro betragen. Ergänzend dazu tragen auch moderne Bürogeräte mit automatischer Abschalttechnik dazu bei, den Grundverbrauch weiter zu reduzieren.
Was ist der Unterschied zwischen Energieeffizienzklassen bei Bürogeräten?
Energieeffizienzklassen kennzeichnen, wie sparsam ein Gerät im Vergleich zu anderen seiner Kategorie arbeitet. Die Skala reicht in der Regel von A bis G, wobei A für den geringsten Verbrauch steht. Bei Bürogeräten wie Druckern und Monitoren geben zusätzlich Zertifizierungen wie Energy Star oder der Blaue Engel verlässliche Orientierung.
Wichtig zu verstehen: Die Effizienzklasse allein sagt noch nichts über den absoluten Verbrauch aus. Ein Gerät der Klasse A kann in einer höheren Leistungskategorie trotzdem mehr Strom verbrauchen als ein kleineres Gerät der Klasse B. Entscheidend ist deshalb die Kombination aus Effizienzklasse und tatsächlichem Einsatzbereich. Beim Kauf neuer Bürotechnik lohnt es sich, gezielt nach Energy-Star-zertifizierten Geräten zu fragen, da diese unabhängig geprüfte Verbrauchswerte vorweisen.
Sollte man auf Multifunktionsgeräte oder Einzelgeräte setzen?
Für die meisten Büros sind Multifunktionsgeräte die energieeffizientere Wahl, weil ein einziges Gerät die Funktionen von Drucker, Scanner, Kopierer und teils auch Fax übernimmt. Statt mehrerer Einzelgeräte, die jeweils ihren eigenen Grundverbrauch haben, läuft nur ein System, das zudem gezielt in den Ruhemodus wechseln kann.
Einzelgeräte können sinnvoll sein, wenn sehr spezifische Anforderungen bestehen, zum Beispiel ein Hochleistungsscanner für die Buchhaltung neben einem einfachen Drucker für allgemeine Korrespondenz. In solchen Fällen kann die Kombination zweier spezialisierter, effizienter Geräte günstiger sein als ein überdimensioniertes Multifunktionsgerät. Für den Standardbedarf in KMU gilt jedoch: Ein zentrales, gut gewähltes Multifunktionsgerät spart nicht nur Strom, sondern auch Wartungsaufwand und Anschaffungskosten.
Wie helfen smarte Steuerungssysteme beim Energiesparen im Büro?
Smarte Steuerungssysteme reduzieren den Energieverbrauch im Büro, indem sie Geräte automatisch abschalten oder in den Standby-Modus versetzen, wenn sie nicht genutzt werden. Über zentrale Verwaltungssoftware oder intelligente Steckdosenleisten lässt sich der Betrieb aller angeschlossenen Geräte zeitgesteuert oder bedarfsabhängig regeln.
Viele moderne Drucker und Kopierer lassen sich in ein Netzwerkmanagementsystem einbinden, das Nutzungszeiten auswertet und Energiesparprofile automatisch aktiviert. Außerhalb der Bürozeiten, etwa nachts oder am Wochenende, werden Geräte vollständig abgeschaltet, ohne dass jemand daran denken muss. Ergänzend dazu helfen smarte Beleuchtungssysteme mit Präsenzmeldern, den Stromverbrauch in wenig genutzten Bereichen wie Besprechungsräumen oder Fluren erheblich zu senken. Die Kombination aus effizienter Hardware und intelligenter Steuerung erzielt in der Praxis deutlich bessere Ergebnisse als jede Maßnahme allein.
Wann lohnt sich die Investition in neue Bürotechnik finanziell?
Eine Investition in neue, energieeffiziente Bürotechnik lohnt sich finanziell, wenn die jährlichen Einsparungen bei Strom- und Wartungskosten die Anschaffungskosten innerhalb von zwei bis vier Jahren ausgleichen. Je älter die vorhandenen Geräte und je höher der aktuelle Energiepreis, desto schneller rechnet sich die Erneuerung.
Für eine realistische Kalkulation sollten Sie folgende Faktoren berücksichtigen:
- Aktueller Stromverbrauch: Messen Sie den tatsächlichen Verbrauch Ihrer bestehenden Geräte, um eine belastbare Ausgangsbasis zu haben.
- Nutzungsintensität: Geräte, die täglich viele Stunden laufen, amortisieren sich schneller als solche, die nur gelegentlich genutzt werden.
- Wartungs- und Reparaturkosten: Ältere Geräte verursachen häufig steigende Servicekosten, die in der Gesamtrechnung oft unterschätzt werden.
- Förderprogramme: Für Unternehmen gibt es teils regionale oder bundesweite Fördermittel für energieeffiziente Investitionen, die den Amortisationszeitraum verkürzen.
Grundsätzlich gilt: Ein Gerät, das bereits älter als sieben bis zehn Jahre ist, hat seinen technologischen Reifegrad überschritten. Selbst wenn es noch funktioniert, kostet es im Vergleich zu aktuellen Modellen deutlich mehr im laufenden Betrieb.
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