Was sind die wichtigsten Ergonomie-Normen für Büroausstattung?

Ergonomischer höhenverstellbarer Schreibtisch mit Bürostuhl in modernem Arbeitsplatz, Messgeräte und Diagramme sichtbar

Rückenschmerzen, Nackenverspannungen und Kopfschmerzen am Arbeitsplatz sind kein Zufall. Oft liegt es an der Büroausstattung, die nicht zu Ihrem Körper passt. Genau hier kommen Ergonomie-Normen ins Spiel. Sie legen fest, wie Büromöbel gestaltet sein müssen, damit Sie gesund arbeiten können. In diesem Artikel erfahren Sie, welche Normen für Ihre Büroeinrichtung relevant sind, was sie konkret vorschreiben und wie Sie sie in Ihrem Büro umsetzen. So schaffen Sie sich einen Arbeitsplatz, der Ihre Gesundheit schützt statt sie zu belasten.

Warum Ergonomie-Normen für Ihre Gesundheit wichtig sind

Stundenlanges Sitzen am Schreibtisch hinterlässt Spuren. Wenn Ihr Bürostuhl nicht richtig eingestellt ist oder Ihr Schreibtisch die falsche Höhe hat, leidet Ihr Körper. Rückenschmerzen sind nur der Anfang. Verspannungen im Nacken, Probleme mit den Handgelenken und sogar Durchblutungsstörungen können die Folge sein. Langfristig können solche Beschwerden zu chronischen Erkrankungen führen, die Ihre Lebensqualität erheblich einschränken.

Ergonomie-Normen sind keine bürokratische Spielerei. Sie basieren auf medizinischen Erkenntnissen und bieten Ihnen als Arbeitnehmer einen wichtigen Schutz. Für Arbeitgeber sind sie eine klare Orientierung beim Büro Einrichten. Wer nach diesen Standards arbeitet, reduziert Krankheitsausfälle und sorgt dafür, dass Mitarbeiter produktiver und zufriedener arbeiten können. Die Normen definieren Mindestanforderungen, die Ihre Büroausstattung erfüllen sollte, damit Ihr Körper nicht unter der täglichen Arbeit leidet.

Die wichtigsten Ergonomie-Normen im Überblick

In Deutschland gibt es mehrere Normen und Vorschriften, die sich mit ergonomischer Büroausstattung beschäftigen. Die wichtigsten sollten Sie kennen, wenn Sie Ihr Büro gesundheitsgerecht einrichten möchten.

DIN EN 1335 regelt die Anforderungen an Bürostühle. Sie legt fest, welche Einstellmöglichkeiten ein Bürostuhl ergonomisch haben muss, damit er sich an unterschiedliche Körpergrößen anpassen lässt. Die Norm umfasst mehrere Teile, die sich mit Maßen, Sicherheit und Prüfverfahren beschäftigen.

DIN EN 527 befasst sich mit Bürotischen und Schreibtischen. Sie gibt vor, welche Mindesthöhen und Abmessungen Tische haben sollten, damit Sie bequem und gesundheitsschonend daran arbeiten können. Besonders relevant sind die Vorgaben für höhenverstellbare Tische.

Die Arbeitsstättenverordnung (ArbStättV) ist eine gesetzliche Grundlage, die Arbeitgeber verpflichtet, Arbeitsplätze sicher und gesundheitsgerecht zu gestalten. Sie wird durch technische Regeln konkretisiert, die praktische Anforderungen festlegen.

Die frühere Bildschirmarbeitsverordnung ist heute in die Arbeitsstättenverordnung integriert. Sie enthält spezielle Vorgaben für Bildschirmarbeitsplätze, etwa zu Beleuchtung, Blendung und der Anordnung von Monitor, Tastatur und Maus.

ASR A1.2 (Technische Regeln für Arbeitsstätten) legt Raumabmessungen fest. Sie gibt vor, wie viel Platz ein Arbeitsplatz mindestens haben sollte und welche Bewegungsflächen nötig sind.

Was die DIN EN 1335 über Bürostühle vorschreibt

Ein guter Bürostuhl ist die Basis für gesundes Arbeiten. Die DIN EN 1335 definiert genau, was ein Bürostuhl ergonomisch können muss. Die Norm besteht aus mehreren Teilen und deckt verschiedene Aspekte ab.

Die Sitzhöhenverstellung muss so funktionieren, dass Sie Ihre Füße flach auf den Boden stellen können, während Ihre Oberschenkel waagerecht sind. Die Norm schreibt einen Verstellbereich vor, der Menschen unterschiedlicher Körpergröße gerecht wird.

Die Rückenlehne sollte in Höhe und Neigung einstellbar sein. Sie muss Ihren Lendenbereich stützen und sich Ihren Bewegungen anpassen. Eine gute Lordosenstütze ist dabei besonders wichtig, um die natürliche S-Form Ihrer Wirbelsäule zu unterstützen.

Armlehnen sollten höhenverstellbar sein und idealerweise auch in der Breite anpassbar. Sie entlasten Ihre Schultern und den Nacken, wenn Sie am Computer arbeiten. Die Norm gibt vor, wie diese Armlehnen geformt sein sollten, damit sie wirklich helfen.

Die Sitztiefe muss ebenfalls verstellbar sein. Zwischen Ihrer Kniekehle und der Sitzvorderkante sollten etwa drei bis vier Fingerbreit Platz bleiben. So vermeiden Sie Druckstellen und Durchblutungsprobleme.

Eine Wippmechanik oder Synchronmechanik ermöglicht dynamisches Sitzen. Die Norm schreibt vor, dass sich Sitzfläche und Rückenlehne koordiniert bewegen sollten, damit Sie Ihre Sitzposition regelmäßig ändern können, ohne den Halt zu verlieren.

Ergonomische Anforderungen an Schreibtische und Bildschirmarbeitsplätze

Der Schreibtisch ist das zweite wichtige Element Ihrer Büroausstattung. Die DIN EN 527 legt fest, dass ein fester Schreibtisch eine Höhe zwischen 72 und 76 cm haben sollte. Das passt für die meisten Menschen, ist aber nicht ideal, wenn Sie besonders groß oder klein sind.

Höhenverstellbare Schreibtische sind deutlich flexibler. Die Norm empfiehlt einen Verstellbereich von mindestens 65 bis 125 cm. So können Sie sowohl im Sitzen als auch im Stehen arbeiten, was Ihrem Rücken guttut und die Durchblutung fördert.

Die Arbeitsfläche sollte mindestens 160 cm breit und 80 cm tief sein. Das gibt Ihnen genug Platz für Monitor, Tastatur, Maus und Unterlagen. Die Oberfläche sollte matt sein, um störende Reflexionen zu vermeiden.

Für Bildschirmarbeitsplätze gelten zusätzliche Anforderungen. Ihr Monitor sollte etwa eine Armlänge von Ihnen entfernt stehen. Die oberste Bildschirmzeile sollte leicht unterhalb Ihrer Augenhöhe liegen, damit Sie nicht den Nacken überstrecken müssen.

Die Beleuchtung spielt eine große Rolle. Die Arbeitsstättenverordnung schreibt vor, dass Tageslicht vorhanden sein sollte, ergänzt durch künstliche Beleuchtung. Blendung und Reflexionen auf dem Bildschirm müssen Sie vermeiden, weil sie Ihre Augen belasten.

Tastatur und Maus sollten Sie so anordnen, dass Ihre Unterarme waagerecht liegen und Ihre Handgelenke gerade bleiben. Ein Abstand von mindestens 10 cm zwischen Tastaturvorderkante und Tischkante gibt Ihnen Platz zum Auflegen der Handballen.

So setzen Sie die Normen in Ihrem Büro praktisch um

Die Theorie kennen Sie jetzt. Aber wie setzen Sie das Ganze in der Praxis um? Hier sind konkrete Schritte, die Ihnen helfen, Ihren Arbeitsplatz normgerecht einzurichten.

Starten Sie mit einer Überprüfung Ihres aktuellen Arbeitsplatzes. Stellen Sie sich diese Fragen:

  • Kann ich meine Füße flach auf den Boden stellen?
  • Bilden meine Ober- und Unterschenkel einen 90-Grad-Winkel?
  • Stützt die Rückenlehne meinen unteren Rücken?
  • Sind meine Unterarme waagerecht, wenn ich tippe?
  • Steht mein Monitor auf Augenhöhe?
  • Habe ich genug Platz auf dem Schreibtisch?

Wenn Sie eine dieser Fragen mit Nein beantworten, besteht Handlungsbedarf. Passen Sie Ihren Bürostuhl an. Nehmen Sie sich dafür ruhig zehn Minuten Zeit. Stellen Sie die Sitzhöhe so ein, dass Ihre Füße Bodenkontakt haben. Justieren Sie die Rückenlehne so, dass sie Ihren Lendenbereich stützt. Armlehnen sollten auf Tischhöhe sein.

Prüfen Sie die Höhe Ihres Schreibtisches. Wenn er zu hoch oder zu niedrig ist und sich nicht verstellen lässt, können Sie mit einer Fußstütze oder einer anderen Tastaturposition arbeiten. Langfristig lohnt sich aber die Investition in einen höhenverstellbaren Tisch.

Richten Sie Ihren Bildschirm richtig aus. Er sollte frontal vor Ihnen stehen, nicht seitlich verdreht. Die Oberkante auf Augenhöhe oder leicht darunter positionieren. Wenn Sie einen Laptop nutzen, verwenden Sie einen externen Monitor oder einen Laptopständer mit separater Tastatur.

Häufige Fehler, die Sie vermeiden sollten: Viele Menschen stellen ihren Stuhl zu niedrig ein und sitzen dann mit hochgezogenen Schultern. Andere platzieren den Monitor zu hoch, was zu Nackenverspannungen führt. Achten Sie auch darauf, dass Sie nicht zu weit vom Schreibtisch entfernt sitzen. Ihre Unterarme sollten locker auf der Tischplatte aufliegen können.

Machen Sie regelmäßige Pausen und wechseln Sie Ihre Sitzposition. Selbst die beste Büroausstattung hilft nicht, wenn Sie acht Stunden starr in derselben Haltung verharren. Stehen Sie zwischendurch auf, laufen Sie ein paar Schritte und dehnen Sie sich.

Wie wir bei ergonomischer Büroausstattung helfen

Wir kennen die aktuellen Ergonomie-Normen genau und beraten Sie, welche Büromöbel wirklich zu Ihnen und Ihrem Team passen. Bei uns finden Sie:

  • Bürostühle nach DIN EN 1335 mit allen wichtigen Einstellmöglichkeiten
  • Höhenverstellbare Schreibtische nach DIN EN 527
  • Komplette Arbeitsplatzplanung nach Arbeitsstättenverordnung
  • Individuelle Beratung für Ihre spezifischen Anforderungen

In unseren Ausstellungen in Papenburg und Meppen können Sie verschiedene Büromöbel ausprobieren. Sie merken sofort, welcher Stuhl zu Ihnen passt und wie sich ein höhenverstellbarer Tisch anfühlt. Wir planen, liefern und montieren Ihre neue Büroeinrichtung komplett. Von der ersten Beratung bis zur fertigen Einrichtung bekommen Sie alles aus einer Hand.

Kontaktieren Sie uns, wenn Sie Ihr Büro ergonomisch einrichten möchten. Wir helfen Ihnen dabei, einen Arbeitsplatz zu schaffen, der die Normen erfüllt und gleichzeitig zu Ihren individuellen Bedürfnissen passt. Rufen Sie uns an oder besuchen Sie uns in Papenburg oder Meppen. Gemeinsam finden wir die richtige Lösung für gesundes Arbeiten.

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