Für nachhaltige Bürogebäude gibt es in Deutschland und international mehrere anerkannte Zertifizierungssysteme, darunter DGNB (Deutsches Gütesiegel Nachhaltiges Bauen), LEED (Leadership in Energy and Environmental Design) und BREEAM (Building Research Establishment Environmental Assessment Method). Diese drei Systeme dominieren den Markt und werden von Unternehmen, Investoren und Behörden als Nachweis für die Nachhaltigkeit eines Bürogebäudes anerkannt. Der folgende Artikel beantwortet die wichtigsten Fragen rund um Green Building Zertifikate und erklärt, wann sich eine Zertifizierung für Ihr Unternehmen lohnt.
Welche Zertifizierungssysteme für Green Buildings gibt es in Deutschland?
In Deutschland sind drei Zertifizierungssysteme für nachhaltige Bürogebäude besonders verbreitet: das deutsche DGNB-Zertifikat, das amerikanische LEED-System und das britische BREEAM-Verfahren. Daneben existieren weitere Systeme wie der EU-Energieausweis oder das österreichische klimaaktiv-Gütesiegel, die jedoch in Deutschland eine geringere Marktbedeutung haben.
Alle drei Hauptsysteme sind international anerkannt und können grundsätzlich auf Bürogebäude in Deutschland angewendet werden. Während DGNB speziell für den deutschen und europäischen Markt entwickelt wurde, kommen LEED und BREEAM ursprünglich aus dem angelsächsischen Raum, haben aber weltweit Verbreitung gefunden. Für Unternehmen mit internationalen Standorten oder Investoren mit globalem Portfolio spielen LEED und BREEAM daher eine besonders wichtige Rolle.
Ergänzend dazu gibt es branchenspezifische oder nationale Ergänzungssysteme, etwa das Bewertungssystem Nachhaltiges Bauen (BNB) des Bundesministeriums, das speziell für Bundesgebäude entwickelt wurde und auf dem DGNB-System basiert.
Was bewerten diese Zertifizierungen konkret?
Green Building Zertifizierungen bewerten ein Bürogebäude in mehreren Kategorien gleichzeitig: Energieeffizienz, Ressourcenverbrauch, Innenraumqualität, Standort, Mobilität sowie wirtschaftliche und soziale Aspekte. Kein System beschränkt sich allein auf den CO2-Ausstoß oder den Energieverbrauch, sondern betrachtet Nachhaltigkeit ganzheitlich.
Im Einzelnen umfassen die typischen Bewertungskategorien:
- Ökologische Qualität: Energieverbrauch, Treibhausgasemissionen, Wasserverbrauch, Materialien und deren Lebenszyklusanalyse
- Ökonomische Qualität: Lebenszykluskosten, Drittverwendungsfähigkeit, Wertentwicklung des Gebäudes
- Soziokulturelle und funktionale Qualität: Thermischer und akustischer Komfort, Tageslichtversorgung, Raumluftqualität, Barrierefreiheit
- Technische Qualität: Brandschutz, Schallschutz, Gebäudehülle und technische Gebäudeausrüstung
- Prozessqualität: Planung, Ausführung, Qualitätssicherung während des Bauprozesses
- Standortqualität: Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr, Nahversorgung, Umgebungsqualität
Besonders relevant für die tägliche Nutzung eines Büros ist die Innenraumqualität. Faktoren wie ausreichend Tageslicht, gute Belüftung und angemessene Akustik beeinflussen nachweislich die Produktivität und das Wohlbefinden der Mitarbeitenden. Eine Zertifizierung setzt hier klare Mindeststandards, die über gesetzliche Anforderungen hinausgehen.
Was ist der Unterschied zwischen DGNB, LEED und BREEAM?
Der wesentliche Unterschied liegt in der Gewichtung der Bewertungskategorien und der regionalen Ausrichtung. DGNB ist das umfassendste System mit starkem Fokus auf Lebenszyklusbetrachtung und wirtschaftliche Qualität. LEED legt den Schwerpunkt auf Energieeffizienz und Wasserverbrauch. BREEAM ist das älteste System und bewertet besonders detailliert Gesundheit und Wohlbefinden im Gebäude.
DGNB: Das deutsche System
Das DGNB-System wurde 2009 von der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen entwickelt und ist speziell auf deutsche und europäische Baustandards zugeschnitten. Es bewertet Gebäude in sechs gleichgewichteten Kategorien und vergibt die Auszeichnungen Bronze, Silber, Gold und Platin. Besonders charakteristisch ist die Lebenszyklusanalyse, die nicht nur den Bau, sondern auch Betrieb, Rückbau und Entsorgung eines Gebäudes einbezieht.
LEED: Der internationale Standard aus den USA
LEED wurde vom U.S. Green Building Council entwickelt und ist weltweit das bekannteste Green Building Zertifikat. Es vergibt die Stufen Certified, Silver, Gold und Platinum. LEED punktet mit seiner globalen Anerkennung und ist besonders für Unternehmen mit internationalen Standorten oder amerikanische Investoren relevant. Der Bewertungsschwerpunkt liegt auf Energie, Wasser und Materialien.
BREEAM: Das älteste Zertifizierungssystem
BREEAM wurde bereits 1990 in Großbritannien entwickelt und ist damit das älteste Nachhaltigkeitszertifikat für Gebäude. Es vergibt die Stufen Pass, Good, Very Good, Excellent und Outstanding. In Europa, insbesondere in Großbritannien, den Niederlanden und Skandinavien, ist BREEAM weit verbreitet. Für deutsche Unternehmen ist es vor allem dann interessant, wenn Gebäude an europäische Investoren oder Mieter vermarktet werden sollen.
Wie läuft der Zertifizierungsprozess für ein Bürogebäude ab?
Der Zertifizierungsprozess für ein nachhaltiges Bürogebäude folgt in der Regel vier Phasen: Registrierung, Planung und Dokumentation, Prüfung durch einen akkreditierten Auditor sowie die abschließende Zertifikatvergabe. Der gesamte Prozess dauert je nach System und Gebäudegröße zwischen mehreren Monaten und zwei Jahren.
- Registrierung: Das Gebäude wird beim jeweiligen Zertifizierungssystem angemeldet. Dabei wird ein akkreditierter Auditor oder DGNB-Auditor beauftragt, der das Projekt begleitet.
- Vorplanung und Zielsetzung: Gemeinsam mit Architekten, Planern und dem Auditor werden Nachhaltigkeitsziele definiert und in die Planung integriert. Hier entscheidet sich, welches Zertifikatsniveau angestrebt wird.
- Dokumentation: Während der Planungs- und Bauphase werden alle relevanten Nachweise gesammelt: Energieberechnungen, Materialzertifikate, Nachweise zur Innenraumqualität und weitere Unterlagen.
- Prüfung und Bewertung: Der Auditor prüft die Dokumentation und bewertet das Gebäude anhand der Systemkriterien. Bei DGNB erfolgt zusätzlich eine Vor-Ort-Begehung.
- Zertifikatvergabe: Nach erfolgreicher Prüfung wird das Zertifikat ausgestellt. Bei DGNB und LEED gibt es zudem die Möglichkeit, zunächst eine Vorzertifizierung zu erhalten, die bereits in der Vermarktungsphase genutzt werden kann.
Wichtig: Der Zertifizierungsprozess sollte so früh wie möglich beginnen, idealerweise bereits in der Planungsphase. Nachträgliche Anpassungen an einem fertigen Gebäude sind deutlich aufwändiger und kostspieliger als eine von Anfang an nachhaltig ausgerichtete Büroplanung.
Welche Vorteile bringt eine Zertifizierung für Unternehmen?
Eine Zertifizierung für nachhaltige Bürogebäude bringt Unternehmen konkrete wirtschaftliche, rechtliche und strategische Vorteile. Zertifizierte Gebäude erzielen nachweislich höhere Miet- und Verkaufspreise, haben niedrigere Betriebskosten und sind für Mieter sowie Investoren attraktiver als nicht zertifizierte Objekte.
Die wichtigsten Vorteile im Überblick:
- Niedrigere Betriebskosten: Energieeffiziente Gebäude verbrauchen weniger Strom und Wärme, was die laufenden Kosten dauerhaft senkt.
- Höherer Immobilienwert: Zertifizierte Gebäude sind am Markt besser positioniert und erzielen in der Regel höhere Bewertungen.
- Bessere Vermietbarkeit: Viele Großunternehmen und Behörden bevorzugen oder fordern inzwischen zertifizierte Büroflächen als Teil ihrer eigenen Nachhaltigkeitsstrategie.
- ESG-Konformität: Für Unternehmen, die Nachhaltigkeitsberichte erstellen oder Investoren mit ESG-Anforderungen ansprechen, ist ein Green Building Zertifikat ein wichtiger Nachweis.
- Mitarbeiterzufriedenheit: Hochwertige Innenraumqualität, gute Belüftung und ausreichend Tageslicht steigern das Wohlbefinden und die Produktivität der Belegschaft.
- Fördermittel und günstigere Finanzierung: Zertifizierte Gebäude können in bestimmten Förderprogrammen bevorzugt behandelt werden und erhalten bei einigen Banken günstigere Konditionen für grüne Finanzierungen.
Wann lohnt sich eine Zertifizierung für kleinere Unternehmen?
Eine Zertifizierung lohnt sich für kleinere Unternehmen dann, wenn das Gebäude langfristig genutzt oder vermarktet werden soll, wenn Nachhaltigkeitsanforderungen von Kunden oder Investoren bestehen oder wenn erhebliche Energiekosteneinsparungen erwartet werden. Für reine Eigennutzer mit kurzfristiger Perspektive kann der Aufwand hingegen unverhältnismäßig sein.
Konkret sollten kleinere Unternehmen folgende Fragen prüfen:
- Wird das Gebäude langfristig genutzt oder soll es später verkauft oder vermietet werden?
- Gibt es Kunden, Auftraggeber oder Investoren, die eine Zertifizierung erwarten oder honorieren?
- Sind ESG-Berichtspflichten relevant, etwa durch Banken oder Lieferkettenvorgaben?
- Ist das Gebäude groß genug, dass die Zertifizierungskosten durch Energieeinsparungen und Wertsteigerung amortisiert werden?
Als Alternative zur vollständigen Zertifizierung können kleinere Unternehmen zunächst einzelne Nachhaltigkeitsmaßnahmen umsetzen, etwa eine energieeffiziente Beleuchtung, eine verbesserte Gebäudedämmung oder eine nachhaltige Büroeinrichtung. Diese Maßnahmen verbessern die Gebäudequalität messbar, ohne den vollständigen Zertifizierungsaufwand zu erfordern. Wer später eine Zertifizierung anstrebt, kann diese Nachweise bereits als Dokumentationsgrundlage nutzen.
Wie Büro Albers Sie bei der nachhaltigen Bürogestaltung unterstützt
Eine Gebäudezertifizierung beginnt nicht erst auf der Baustelle, sondern bereits bei der Auswahl der richtigen Einrichtung und der durchdachten Raumplanung. Wir bei Büro Albers unterstützen Unternehmen im Emsland und darüber hinaus dabei, Büroräume so zu gestalten, dass sie hohen Ansprüchen an Qualität, Funktionalität und Nachhaltigkeit gerecht werden.
Was wir für Sie leisten:
- Individuelle Raumplanung: Wir planen Ihre Büroflächen von Grund auf, berücksichtigen Akustik, Beleuchtung und ergonomische Anforderungen und schaffen Arbeitsumgebungen, die zu Ihrer Belegschaft passen.
- Ergonomische und nachhaltige Möbel: Unser Sortiment umfasst höhenverstellbare Schreibtische, zertifizierte Bürostühle und Einrichtungskonzepte, die langlebig, funktional und ressourcenschonend sind.
- Full-Service-Umsetzung: Wir beraten, planen, liefern und montieren, sodass Sie sich auf Ihr Kerngeschäft konzentrieren können.
- Persönliche Beratung vor Ort: In unseren Ausstellungsflächen in Papenburg und Meppen können Sie Produkte und Lösungen direkt erleben, bevor Sie eine Entscheidung treffen.
Wenn Sie Ihre Büroräume modernisieren oder neu einrichten möchten und dabei Wert auf Qualität und Nachhaltigkeit legen, sprechen Sie uns an. Kontaktieren Sie uns und vereinbaren Sie ein unverbindliches Beratungsgespräch mit unserem Team.
Ähnliche Artikel
- Wie gestalte ich ein Klassenzimmer nach modernen pädagogischen Konzepten?
- Warum werden Whiteboards in Schulen verwendet?
- Bürostuhl ergonomisch einstellen – Schritt-für-Schritt-Anleitung
- Wie plane ich einen Konferenzraum richtig?
- Kann ich mein bestehendes Büro nachträglich ergonomisch umgestalten?
Dieser Inhalt wurde mithilfe von KI erstellt und kann Fehler enthalten.











