Bürostühle der Klasse A und Klasse B unterscheiden sich vor allem in ihrer Belastbarkeit, Nutzungsdauer und der Intensität des vorgesehenen Einsatzes. Klasse A ist für den Dauereinsatz im gewerblichen Bereich konzipiert, während Klasse B für gelegentliche oder leichtere Nutzung ausgelegt ist. Die folgenden Abschnitte erläutern die wichtigsten Unterschiede und helfen Ihnen, die richtige Wahl für Ihren Arbeitsplatz zu treffen.
Was bedeuten die Qualitätsklassen A und B bei Bürostühlen?
Die Qualitätsklassen A und B bei Bürostühlen sind Klassifizierungen nach der europäischen Norm EN 1335, die den Einsatzbereich und die Belastungsanforderungen eines Stuhls definieren. Klasse A steht für den anspruchsvollsten gewerblichen Dauereinsatz, Klasse B für leichtere oder weniger intensive Nutzung. Die Einstufung bestimmt, für welche Körpermaße und Nutzungszeiten ein Stuhl zugelassen ist.
Die Norm EN 1335 legt konkrete Grenzwerte fest, nach denen Bürostühle geprüft und zertifiziert werden. Dabei spielen Faktoren wie das maximale Körpergewicht des Nutzers, die tägliche Nutzungsdauer und die mechanische Belastbarkeit der einzelnen Bauteile eine zentrale Rolle. Ein Stuhl der Klasse A ist für Nutzer mit einem Körpergewicht von bis zu 110 Kilogramm und einer Sitzhöhe von bis zu 51 Zentimetern ausgelegt. Klasse B deckt in der Regel Nutzer bis etwa 100 Kilogramm ab und ist für kürzere tägliche Nutzungszeiten konzipiert.
Wichtig zu verstehen: Die Klassifizierung ist kein reines Qualitätsurteil im Sinne von „gut“ oder „schlecht“. Sie beschreibt den Verwendungszweck. Ein Klasse-B-Stuhl kann für den vorgesehenen Einsatz vollkommen ausreichend und hochwertig verarbeitet sein. Entscheidend ist, dass der gewählte Stuhl zur tatsächlichen Nutzungssituation passt.
Welche Unterschiede gibt es bei Belastbarkeit und Nutzungsdauer?
Bürostühle der Klasse A sind für eine tägliche Nutzungsdauer von acht Stunden und mehr ausgelegt und müssen deutlich strengere Belastungstests bestehen als Klasse-B-Stühle. Klasse-B-Stühle sind für eine kürzere tägliche Nutzung von etwa vier bis sechs Stunden konzipiert und werden nach weniger intensiven Prüfkriterien zertifiziert.
In der Praxis zeigt sich dieser Unterschied vor allem in der Langlebigkeit der Bauteile. Gasfedern, Synchronmechaniken, Armlehnen und Rollen eines Klasse-A-Stuhls sind für deutlich mehr Belastungszyklen ausgelegt. Das bedeutet, dass diese Komponenten bei gleichem Nutzungsverhalten länger halten und seltener ausgetauscht werden müssen.
Klasse-A-Stühle müssen außerdem eine größere Bandbreite an Körpermaßen abdecken. Die Anforderungen an Sitzhöhe, Sitztiefe und Rückenlehnenverstellung sind entsprechend umfangreicher definiert. Das macht sie besonders geeignet für Arbeitsplätze, an denen verschiedene Personen denselben Stuhl nutzen, etwa in Schichtbetrieben oder Gemeinschaftsbüros.
Woran erkennt man Klasse A oder B beim Bürostuhlkauf?
Die Qualitätsklasse eines ergonomischen Bürostuhls lässt sich am zuverlässigsten am Prüfzertifikat und der Produktbeschreibung des Herstellers ablesen. Seriöse Anbieter geben die Klassifizierung nach EN 1335 direkt im Produktdatenblatt an. Fehlt diese Angabe, sollten Sie aktiv danach fragen.
Beim Kauf können Sie außerdem auf folgende Merkmale achten:
- Zertifizierungshinweis: Achten Sie auf den Verweis auf EN 1335 Klasse A oder B in der Produktbeschreibung oder auf dem Typenschild des Stuhls.
- Maximales Nutzergewicht: Klasse-A-Stühle sind in der Regel bis 110 kg zugelassen, Klasse-B-Stühle häufig bis 100 kg.
- Garantiezeiten: Hersteller von Klasse-A-Stühlen gewähren oft längere Garantien, was die höhere Beanspruchbarkeit widerspiegelt.
- Prüfsiegel: Gütezeichen wie das GS-Zeichen oder Zertifizierungen durch unabhängige Institute (z. B. TÜV oder DEKRA) bestätigen die Normkonformität.
- Herstellerangaben zur Nutzungsdauer: Klasse-A-Produkte werden häufig explizit als „für ganztägige Nutzung“ oder „für den gewerblichen Einsatz“ ausgewiesen.
Vorsicht bei sehr günstigen Angeboten ohne Normangabe: Diese Stühle wurden möglicherweise gar nicht nach EN 1335 geprüft und bieten weder die ergonomischen Eigenschaften noch die Haltbarkeit einer zertifizierten Klasse.
Für welche Arbeitsplätze eignet sich welche Klasse?
Klasse-A-Bürostühle eignen sich für alle Arbeitsplätze mit ganztägiger Nutzung, also überall dort, wo Mitarbeitende acht oder mehr Stunden täglich sitzen. Klasse-B-Stühle sind geeignet für Besprechungsräume, Empfangsbereiche oder Heimarbeitsplätze mit deutlich geringerer täglicher Nutzungsintensität.
Klasse A: Geeignete Einsatzbereiche
Klassische Büroarbeitsplätze in Unternehmen, Verwaltungen und Behörden gehören eindeutig in den Anwendungsbereich von Klasse A. Gleiches gilt für Call-Center-Arbeitsplätze, Schichtarbeitsplätze sowie alle Positionen, bei denen der Stuhl täglich mehrere Stunden intensiv genutzt wird. Auch wenn mehrere Personen abwechselnd denselben Stuhl verwenden, empfiehlt sich immer Klasse A, da die Belastung durch den häufigen Wechsel und unterschiedliche Körpermaße besonders hoch ist.
Klasse B: Geeignete Einsatzbereiche
In Konferenz- und Besprechungsräumen, an Empfangstheken mit wechselnden Nutzern oder im Homeoffice mit moderatem Nutzungsumfang kann Klasse B eine sinnvolle und kostengünstigere Wahl sein. Voraussetzung ist, dass der Stuhl tatsächlich nur für die vorgesehene kürzere tägliche Nutzungszeit eingesetzt wird. Wer im Homeoffice regelmäßig Vollzeit arbeitet, sollte jedoch auch dort auf Klasse A setzen.
Lohnt sich der Aufpreis für einen Klasse-A-Stuhl?
Für alle Arbeitsplätze mit täglicher Vollzeitnutzung lohnt sich ein Klasse-A-Stuhl in der Regel klar. Die höheren Anschaffungskosten amortisieren sich durch die längere Lebensdauer, geringere Wartungskosten und vor allem durch die bessere ergonomische Unterstützung, die langfristig gesundheitlichen Beschwerden vorbeugt.
Rückenschmerzen und muskuloskelettale Beschwerden gehören zu den häufigsten Ursachen für krankheitsbedingte Fehlzeiten in Büroberufen. Ein hochwertiger Bürostuhl mit korrekter Klassifizierung und guter Ergonomie ist daher nicht nur eine Investition in ein Möbelstück, sondern in die Gesundheit und Produktivität der Mitarbeitenden.
Rechnen Sie die Gesamtkosten über die Nutzungsdauer: Ein Klasse-B-Stuhl, der nach drei Jahren ausgetauscht werden muss, kann auf lange Sicht teurer sein als ein Klasse-A-Modell, das zehn Jahre und länger zuverlässig funktioniert. Dazu kommen mögliche Folgekosten durch Reparaturen oder ergonomiebedingte Ausfallzeiten.
Für gelegentlich genutzte Plätze, etwa im Besprechungsraum oder als Zweitstühle für Besucher, ist der Mehraufwand für Klasse A hingegen oft nicht notwendig. Hier bietet Klasse B ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis, sofern die Nutzung tatsächlich moderat bleibt.
Wie Büro Albers Sie bei der Bürostuhlauswahl unterstützt
Wir bei Büro Albers beraten Sie umfassend bei der Auswahl des richtigen Bürostuhls für Ihren Arbeitsplatz. Dabei gehen wir gezielt auf Ihre individuelle Nutzungssituation ein und helfen Ihnen, die passende Qualitätsklasse zu bestimmen. Unser Leistungsangebot umfasst:
- Persönliche Beratung in unseren Ausstellungsräumen in Papenburg und Meppen auf insgesamt rund 5.000 Quadratmetern Showroomfläche
- Probesitzen an ausgewählten Modellen, damit Sie den Stuhl vor dem Kauf wirklich erleben können
- Bedarfsanalyse für einzelne Arbeitsplätze ebenso wie für die komplette Büroausstattung ganzer Unternehmen
- Lieferung und Aufbau direkt bei Ihnen vor Ort durch unser eigenes Logistikteam
- Beratung zu ergonomischen Gesamtkonzepten, die Stuhl, Schreibtisch und Arbeitsumgebung aufeinander abstimmen
Ob Sie einen einzelnen ergonomischen Bürostuhl kaufen oder eine ganze Büroetage neu einrichten möchten: Wir begleiten Sie von der ersten Beratung bis zur fertigen Lösung. Kontaktieren Sie uns und vereinbaren Sie einen Beratungstermin in Papenburg oder Meppen.
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